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Gemeinde

Mittwoch, 16. Juni 2021
Gottesdienst zum 3. Sonntag nach Trinitatis von Pfrin. Andrea Rößler

Andacht für den 3. Sonntag nach Trinitatis
Eröffnung:
Im Namen des Vaters und des Soh-nes und des Heiligen Geistes. Amen.

Gebet:
Guter Gott, unsere Wege sind dir nicht verborgen. Du gehst uns nach bis in den letzten Winkel unseres Lebens. Keiner unserer Wege ist dir zu lang, zu steinig oder zu dunkel. Komm uns entgegen. Stell uns ins helle Licht deiner Gegenwart.
Lass uns die Wärme deiner Nähe spüren in Christus, unserem Bruder und Herrn durch den Heiligen Geist. Amen.

Lied 353,1+2+8: Jesus nimmt die Sünder an

Bibeltext: Lk. 15,11-24
Jesus sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. Als er aber alles verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich einem deiner Tagelöhner gleich! Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater.
Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.

Gedanken zum Bibeltext:
Dieses Gleichnis spricht uns ganz tief in unserer Seele an. Wahrscheinlich ist es deshalb so bekannt. Es leuchtet unmittelbar ein, obwohl lange Zeit ein anderes Ende der Geschichte möglich wäre. Dennoch scheint es uns logisch und einleuchtend, wenn der Vater am Ende der Erzählung seine Arme weit ausbreitet, ganz ohne Bedingungen, ohne Fragen und ohne irgendwelche Vorbehalte.
Uns wird klar: Gott kann nur so sein, wie ihn Jesus hier zur Sprache bringt. Gott hat weit geöffnete Arme und ein weites Herz, das offen ist für uns Menschen. Und: Gott ist nicht so, weil wir das gerne so hätten. Gott ist so, weil wir von den Propheten, von Jesus und von vielen anderen hören, dass er so ist: Ohne Bedingungen, ohne Fragen und ohne irgendwelche Vorbehalte.
Natürlich gibt es auch viele Menschen, die sich Gott strenger wünschen, und manchmal gehöre ich auch dazu. Diese Menschen wünschen sich Gott so wie der ältere Sohn. Sie wünschen sich einen Gott, der richtet und urteilt, indem er die Fehler anderer bestraft und mein gutes Verhalten anerkennt.
Doch Gott ist nicht immer der Gott meiner Wünsche. Er ist nicht ein Gott, der sich von mir einspannen lässt für meine Zwecke. Jesus erzählt, dass Gottes Verhalten in diesem einen Augenblick diesem einen Menschen gilt, und dass er damit dem verlorenen Sohn hilft, wieder ein erfülltes Leben zu finden.
Ein Mensch, der weiß, dass er schuldig geworden ist, und dem seine Fehler Leid tun, der braucht keine Vorwürfe, um wieder zurück ins Leben zu finden. Er braucht einen, der ihn annimmt, einen, der ihn versteht und der ihm wieder eine neue Chance gibt. Er braucht offene Türen und offene Arme. Und er braucht die Hoffnung, dass ihm einer mit einem weiten Herzen begegnet und nicht mit Vorwürfen.
So ist Gott. So ist er auch für mich. Er ist die offene Tür, durch die ich eintreten darf, das weite Herz, die offenen Arme. So so ist er auch für die Menschen, von denen ich meine, sie hätten diese offenen Arme nicht verdient. Gottes Arme sind offen, auch bei der größten Schuld. Sie sind offen, nicht, weil wir um Erbarmen gebeten haben. Gottes Arme sind offen, damit wir zu ihm kommen und ihn um Erbarmen bitten.
Fürbittengebet
Treuer Gott, du hast uns lieb. Wir sind dir nicht gleichgültig.
Wir danken dir, dass du niemand verloren gibst, sondern dass du uns nachgehst. Wir bitten dich: Bringe alle zurück, die sich verirrt haben, die in die falsche Richtung gehen.
Achte auf die, die Gutes und Böses verwechseln und die andere auf den falschen Weg bringen wollen. Achte auf deine Kirche, damit sie weiterhin dein Wort verkündigt und von dir und Jesus Christus erzählt.
Sei bei allen, die berufen sind, anderen zu helfen und schenke ihnen Kraft für ihre Aufgaben. Behüte alle Menschen, die wir lieb haben. Halte deine Hand über alle, mit denen wir verbunden sind in der Nähe und in der Ferne. Bleibe mit deinem Segen auch bei uns. Behüte uns und begleite uns. Schenke uns heute einen guten Tag, an dem wir aufatmen können. Gib uns wieder neue Kraft für alles, was wir zu tun haben. Amen.

Vaterunser

Segen:
Gott, segne uns. Wirf deinen zärtlichen Blick auf uns und die ganze Welt. Jesus Christus, Weggefährte, bleib bei uns. Nimm uns an der Hand und zeige uns Wege in dieser Zeit.
Geist Gottes, lass uns dich erfahren als einen kostbaren Schatz. Behüte und begleite uns. Amen.
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Eine gesegnete Woche! Herzliche Grüße von Andrea Rößler,
Pfarrerin in Gebsattel und Kirnberg

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