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Gemeinde

Mittwoch, 21. April 2021
Gottesdienst zum Sonntag Jubilate von Pfr. Johannes Raithel

Andacht für zu Hause
am Sonntag „Jubilate“, 25.4. 2021

„Ist jemand in Christus,
so ist er eine neue Kreatur;
das Alte ist vergangen,
siehe,
Neues ist geworden!“
(2. Kor 5,17)

Lied 288, 1-3
Nun jauchzt dem Herren, alle Welt

Meditation zu Psalm 66
Bläser blasen dir zur Ehre, Geigen streichen deinen Namen.
Du, Gott, hast etwas vollbracht: diese Erde, Menschen.
Mauern von Wasser, Durchzug auf trockenen Füßen,
Sklaven befreit – deine Großtaten!
Deine Augen, Gott, streifen über die Welt.
Ich wankte, du hieltest mich fest.
Aufrecht stehen, leben, sagst du, du kannst das.
Und dann begann es erst gut, das Leben: Wasser und Feuer.
Hab Dank, sagte ich leise, demütig
– und dann mit sich überschlagender Stimme:
Dank, du meine Gnade,
dass du mich gekannt und nicht zurückgewiesen hast
hinab in den Abgrund. Gesegnet bist du.
(nach Huub Oosterhuis)

Evangelium: Johannes 15, 1-8 – Jesus, der wahre Weinstock
Jesus Christus spricht: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Joh 15,5)

Lied 330,5 O Dass ich tausend Zungen hätte
Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott?
Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth!
Auch in der größesten Gefahr, ward deines Trostes ich gewahr.
(Johann Mentzer, 1704)

Bibelwort: Apostelgeschichte 17, 22-ff:
22 Paulus sagte: Ihr Bürger von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. 23 Denn ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. 24 Es ist der Gott, der die Welt geschaffen hat...
26 Gott hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, 27 dass sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. 28 Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind sogar von seiner Art...
30 Nun aber fordert Gott alle Menschen an allen Orten auf, ihr Leben zu ändern. 31 Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er richten will den Erdkreis mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.

Auslegung – Ein unbekannter Gott?!

Liebe Leserinnen und Leser,
der Apostel Paulus ist ein geschickter Redner. Er findet unter den heidnischen Athenern einen Anknüpfungspunkt, um ihnen von Gott erzählen zu können: einen „Altar für den unbekannten Gott“. Aus seinen Worten spricht viel Gelehrsamkeit. Die braucht der Apostel auch, damit die gebildeten Athener überhaupt zuhören. Denn mit Göttern kennen sie sich aus und sie sind es gewohnt, lange und ausgiebig und spitzfindig zu philosophieren. Da muss Paulus schon etwas bieten mit seiner Rede.
Im Grunde hat sich da seit der Antike nichts geändert. Wer zu anderen spricht, muss ihre Wirklichkeit im Blick haben. In vielen Formen der Verkündigung versuchen wir auch in der Kirche heute, den Menschen in ihren unterschiedlichsten Lebenszusammenhängen das Evangelium von Jesus Christus zu bringen. In unserer Zeit der Kontaktbeschränkungen haben wir digitale Möglichkeiten der Kommunikation (neu) entdeckt. Auch diese gedruckte Andacht ist ein gutes Mittel, um zu Ihnen, liebe Mitchristen, in die Häuser zu kommen. - Manchmal freilich wünschte ich mir als predigender Pfarrer etwas von der Schlauheit des Apostels Paulus.
Schlau und weise ist in der biblischen Welt aber nicht der oder die, die viel weiß und viel kann, sondern wer sich ganz auf Gott verlässt, wer „gottesfürchtig“ ist und darum von Gottes Rat und Weisheit sein Leben bestimmen lässt (vgl. Psalm 1).
Für mich heißt das: Ich kann und muss es nicht jedem recht machen. Ich darf mich darauf verlassen, dass Gott dabei ist, in allem was ich denke, tue, plane und rede. Letztlich wirkt Gott mit seinem Heiligen Geist. Sein Wort wirkt und verändert. Und es setzt Menschen immer wieder neu in Bewegung, dass sie ihn suchen und finden.
Dabei wünsche ich mir und unserer Kirche mehr Mut, hinauszugehen mit dieser großartigen und einmaligen Botschaft vom Leben, das sich gegen allen Augenschein und gegen alle Widerwärtigkeiten durchsetzt. Die Vorgänge in der Natur, das Blühen und Wachsen, das wir in dieser Zeit wieder erleben dürfen, ist ein schönes Bild für diese Erkenntnis.
Nicht die Gelehrsamkeit, sondern den Mut und die Gelassenheit des Apostels wünsche ich mir für die Weitergabe der „Frohen Botschaft“, gerade in einer Zeit, in der viele Menschen verunsichert und verängstigt sind. Da hinein gilt der ganzen Welt: „Gott ist nicht ferne von einem jedem unter uns.“ So spreche ich voller Vertrauen dem Paulus gern nach. „In ihm leben, weben und sind wir.“ - So hat es Gott versprochen und neu gezeigt. Dafür ist Jesus gestorben, damit wir leben, bleiben und Frucht bringen.
Amen.

Lied 165,6 Gott ist gegenwärtig
Du durchdringest alles, lass dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. (Gerhard Tersteegen)

Gebet:
Himmlischer Vater,
wir danken dir, dass wir bei dir sein dürfen.
In deinem Schutz und unter dem Dach deines Hauses
sind wir geborgen.
Wir danken dir, dass wir das Alte, das uns beschwert und belastet,
bei dir ablegen dürfen.
Wir bitten dich: Sprich du zu uns,
dass wir innerlich verändert und erneuert werden.
Lass uns ablegen, was welk geworden ist in unserem Leben,
erfülle uns wieder mit Lebendigkeit.
Das bitten wir im Namen deines Sohnes,
dem Weinstock, an dem wir bleiben wollen unser Leben lang. Amen.

Vaterunser

Segenswunsch
Manchmal ist es dunkel, kein Laut zu hören, auf dem Weg durch die Nacht.
Ich wünsche dir, dass Worte von fern in deiner Nähe bleiben.
Und dass der Schweif eines lang verloschenen Sterns im richtigen Moment aufscheint, um dich zu leiten. Bis die Stimmen der anderen neu in dir zu klingen beginnen und der Tag sich ankündigt mit seinem Licht.
Der Friede des HERRN sei mit dir!

Lied 010, 1 Lobe den Herrn, meine Seele
Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen. Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht. Amen.
Der meine Sünden vergeben hat, der mich von Krankheit gesund gemacht, den will ich preisen mit Psalmen und Weisen, von Herzen im ewiglich singen: Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen. Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht. Amen.

Pfarrer Johannes Raithel, Adelshofen

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