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Grußwort

AKTUELLES und SCHNELLES

Mittwoch, 21. November 2018
Zum Advent 2018

Liebe Gemeinde!
Haben Sie schon mal was von „Work-Life-Balance“ gehört? Vielleicht sogar ein Seminar dazu besucht? Gemeint ist damit eine Art der Lebensgestaltung, die Arbeit und Entspannung, Beruf und Privatleben, Anstrengung und Erholung im Gleichgewicht hält. Dabei trifft das Modewort „Work-Life-Balance“ den Kern nicht richtig - denn „Arbeit“ und „Leben“ sind keine Gegensätze! Es wäre doch eine furchtbare Sache, wenn sich „Leben“ ausschließlich außerhalb der Arbeit abspielen würde. Sie ist Teil meines Lebens, genauso wie Urlaub oder Freizeit. Worin also besteht die Balance, das Gleichgewicht, die gesunde Mitte, die wir in unserem Leben suchen?
Im Adventskalender „Der andere Advent“* für die diesjährige Adventszeit schreibt Frank Hofmann: „Ja oder nein? Alles oder nichts? Gott oder Welt? Der Advent ist dazwischen. Noch ist nichts entschieden, der Ausgang ist offen. Der Advent erhebt uns zu Akrobaten auf dem Hochseil, die mit einem Lächeln die Balance halten. Eine Balance zwischen Dunkelheit und Licht, zwischen Wirklichkeit und Hoffnung, zwischen nicht mehr und noch nicht. Den zu schnell Entschiedenen sagt er: Wartet, da ist noch mehr! Die Gefallenen, die Mühseligen und Beladenen richtet er auf, bringt sie wieder ins Gleichgewicht. Der Advent will uns Leichtigkeit für Schwermut geben, Trost für Trauer, Hoffnung für Angst.“
Advent – die Zeit dazwischen? So empfinden wir es meist gar nicht. Eher als eine Zeit, die zielgerichtet ist, mit geradezu unglaublicher Geschwindigkeit auf Weihnachten zuläuft – und oft sind wir außer Atem, wenn das Fest da ist! Dabei bietet uns der Advent doch eine Chance, die wir nicht verstreichen lassen sollten: die Chance nämlich, sich so manchem Trubel eine Zeit lang zu entziehen und innezuhalten, um die eigene Balance wiederzufinden. Was ist zu viel in meinem Leben und was zu wenig? Wo brauche ich einen Menschen, der mir zuhört und eine Last mit mir teilt? Und wo bin ich dieser Mensch, der eines anderen Last teilt? Was habe ich schon geschenkt bekommen an Glück – und wonach sehne ich mich noch? Was habe ich erreicht, und was möchte ich noch erreichen? Auf der Suche nach der eigenen Balance ist es durchaus hilfreich, sich unter Menschen zu begeben. Andere haben auf so manches einen anderen Blick und zu manchem eine andere Meinung. Die muss ich nicht teilen, aber zuhören und miteinander reden, andere verstehen lernen, dass kann meine Einseitigkeit korrigieren und mein Leben bereichern. Und es dient dem Frieden, nach dem wir alle uns so sehnen.

Eine gesegnete Zeit dazwischen und ein frohes Weihnachtsfest wünscht
Ihre Pfarrerin Katharina Winkler

*Der andere Advent, Hg: Andere Zeiten e.V., Hamburg.

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