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Kirchengemeinde Rothenburg

AKTUELLES und SCHNELLES

Mittwoch, 22. September 2021
Gottesdienst zum 17. Sonntag nach Trinitatis von Pfr. Markus Dörrer

Persönliche Andacht
in der Kirche und zu Hause
17. Sonntag nach Trinitatis

Eröffnung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des
Heiligen Geistes. Amen

Gebet:
Gott, deine Güte reicht so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit
die Wolken gehen. Grenzenlos bis an die Enden der Erde reicht deine Liebe.
Ich stehe staunend vor dieser Weite. Schaue auf die engen Grenzen, in denen
ich mich bewege. Fremdes verunsichert mich. Nimm mir meine Angst, damit
ich dich nicht hindere, dich mit deiner Liebe. Amen.

Lied: EG 452 Er weckt mich alle Morgen

Bibeltext:
Und Jesus ging weg von dort und entwich in die Gegend von Tyrus und
Sidon. Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und
schrie: Ach, Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter
wird von einem bösen Geist übel geplagt. Er aber antwortete ihr kein Wort.
Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Lass sie doch gehen,
denn sie schreit uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur
gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Sie aber kam und fiel
vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach:
Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die
Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hunde von den Brosamen,
die vom Tisch ihrer Herren fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr:
Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter
wurde gesund zu derselben Stunde.
(Matthäus 15, 21-28)

Gedanken zur Woche:

Lieber Leser, liebe
Leserin,
Mitten in Passau werden
Menschen zu Engeln.
Sicher auch anderswo.
Aber in Passau
besonders. Schauen Sie!
Sie sehen, naja, keinen
ganzen Engel. Aber seine
Flügel sehen Sie. Zuerst
habe ich gedacht: Der
Engel sei durch die Wand
geschlüpft und die Flügel sind draußen geblieben. Die sind ja auch ein
bisschen unpraktisch, wenn man anderen Menschen begegnet. Aber das ist ja
eben nicht so. Der Engel ohne Körper ist eine Ansage. Eine Aufforderung.
Als wenn der Engel sein Federkleid absichtlich zurückgelassen hätte, um
Platz zu machen. Für mich. Der davor steht und sich fragt, was das alles
bedeutet. Ob er sich trauen soll, den Platz des Engels einzunehmen.
Zwischen die Flügel zu treten. Für einen Moment mitten in Passau als Engel
dazustehen. Während ich noch überlege, sind andere viel spontaner. Keine
Frage: für sie ist hier ein Hotspot für Instagram. Hier muss ich sein, um mich
zu präsentieren. Als Engel. Menschen treten heran und erleben, wie ihnen
Flügel wachsen. Sie lachen. Sind gerührt. Fröhlich. Entzückt. Die Schülerin
Ida Jarzombek hat den Passantinnen und Passanten dieses Erlebnis
geschenkt. Vor zwei Jahren sind die Engelsflügel im Rahmen eines Seminars
zum Thema „Street Art“, zu Deutsch: Straßenkunst, entstanden. Ida hat eine
Botschaft. Die steckt in den Engelsflügeln, geformt aus 196 Latex-
Handschuhen und 400 Meter Gartendraht. Aufgestellt vor dem Eingang der
Marianischen Votivkirche. „Schutzhandschuhengel“ heißt Idas Installation.
Ein origineller Titel für eine Installation mit unkoventionellem Material. Für
Handschuhe hat sie sich entschieden, weil die Finger wie Federn aussehen.
Auf einer Tafel neben der Installation steht: „Nicht alle Engel haben Flügel,
aber ein gutes Herz“. Der Schutzhandschuhengel würdigt die vielen Hände,
die täglich im Haushalt oder in der Pflege Engeldienste verrichten. Die sich
denen zuwenden, die wenig oder keine Kraft mehr haben. Die sich die Füße
wund laufen, um zu helfen, wo Not am Mann oder an der Frau ist. Die jedes
Menschenleben als würdig erachten, angesehen zu werden. Denen jedes
Leben der Liebe wert ist. Idas Botschaft höre, lese und sehe ich an Michaelis,
am 29. September, dem Fest des Erzengels Michael und aller Engel.
Michael, der Namenspatron dieses Festes, stellt mit seinem hebräischen
Namen eine Frage in den Raum: „Wer ist wie Gott?“ Ida stellt diese Frage
mit ihrem Schutzhandschuhengel. „Wer ist wie Gott?“ In der Bibel (1. Mose
21,8-21) lese ich von einer, die eine Antwort hat: Hagar. Magd von Abraham.
Mutter eines gemeinsamen Sohnes. Ismael sein Name. Die
Dreiecksbeziehung mit Abraham und seiner Frau Sara geht nicht gut. Sarah
ist eifersüchtig. Hagar flieht. Sie kehrt nur zurück, weil ein Engel Großes
verspricht: Zukunft für ihr Kind und ihre Kindeskinder. Sarahs Eifersucht
aber ist Gift. „Hagar muss gehen“, fordert Sarah. Und Hagar geht. Endgültig!
Gegen Abrahams Willen. Aber mit Gottes Versprechen: Hagar wird es an
nichts fehlen. Als der Proviant ausgeht, fehlt es an allem: an Essen, an
Trinken, an Kraft, an Zuversicht. Der Knabe droht zu sterben. Und wieder ist
es ein Engel, der Hagar aufhilft, ihr die Augen öffnet. Sie sieht, wie auf ihrer
ersten Flucht, einen Wasserbrunnen. Damals nannte sie den Ort „Brunnen
des Lebendigen, der mich sieht.“ „Wer ist wie Gott?“ Wer jedem Menschen
Ansehen schenkt, ist ein Engel. Ein Bote Gottes. Ida trägt Michaels Frage
und Hagars Glauben mitten in die Stadt und auch zu uns. Amen

Lied: KAA 074 Da wohnt ein Sehnen tief in uns

Fürbitten:
Du Gott voller Güte: unser Glaube an dich ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
Mit unserem Gebet wollen wir dich gewinnen, für alle, die heute gewählt werden, dass
sie nach Einigkeit und Recht und Freiheit streben; für alle, die Einfluss haben, dass sie
mit rechtem Maß und Mittel handeln.
Wir legen dir vor:
Alle, die in Angst leben vor Hass, Terror und Krieg, dass sie die Hoffnung auf das
Schweigen der Waffen am Leben hält.
Alle, die gedemütigt und verachtet werden, dass sie einen sicheren Ort finden, an dem
sie zu Ruhe und Frieden kommen.
Alle, die im Streit miteinander leben, dass sie den Mut zur Versöhnung aufbringen und
neu anfangen.
Alle Kranken. Stärke sie. Den Traurigen erhelle ihr Gemüt. Den Sterbenden mache
gewiss, dass du ihnen eine Brücke aus diesem Leben in die Ewigkeit baust. Die Toten
berge bei dir.
Wir legen dir vor:
Alle Freudenbotinnen und Freudenboten, dass sie selig werden in ihrem Wirken.
Du Gott voller Güte: Nimm uns mit auf deinen Siegeszug, der uns Menschen
zusammenbringt in der Nähe und in der Ferne. Und mit dir.
Das bitten wir durch Jesus Christus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens.

Vaterunser:
Vaterunser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein
Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und
führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist
das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Segen:
Gott, segne uns. Wirf deinen zärtlichen Blick auf uns und die ganze Welt. Jesus
Christus, Weggefährte, bleib bei uns. Nimm uns an der Hand und zeige und Wege
in dieser Zeit. Geist Gottes, lass uns dich erfahren als einen kostbaren Schatz.
Behüte und begleite uns. Amen

Die Zeiten, zu denen unsere Kirchenglocken läuten, sind eine gute
Gelegenheit, um die Hände zu falten und sich mit anderen im Gebet
verbunden zu wissen. Bleiben Sie gesund und
behütet!

Herzliche Grüße, ihr Pfarrer
Markus Dörrer

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